Microjobbing und Steuern

Jessica
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Jessica » 02 Okt 2018, 13:38

Hallo Zusammen,

inzwischen muss es ja so einige geben, die Erfahrung mit dem Angeben der Microjobs beim Finanzamt haben. Ich versuche es nochmal ohne Steuerberater, da ich hauptberuflich nur einen Minijob habe.

In der Zusammenfassung von mobilfoto (auf Seite 1), steht unter Punkt 2 und 4 u.a. dass die Einkünfte auf das Formular SO eingetragen werden müssen. Dies habe ich auch gemacht, aber dann eine Mitteilung bekommen, dass ich doch bitte Formular S verwenden soll. Außerdem muss ich die Steuerklärung online abgeben.

Jetzt weiß ich nicht genau, wie ich das mit der Gewinn-Verlust-Liste machen soll. Halte die jetzt einfach hier für eine evtl. Nachfrage bereit.
Problem ist auch - wie in jedem Jahr - diese Liste herzustellen, da mehrere Anbieter keine Anschriften mehr angeben und man sich alles in Kleinarbeit aus der App zusammensuchen muss. Da ich mich darauf verlassen hatte, dass die Anschriften wie vorher angegeben werden, habe ich mir auch keine Notizen gemacht.

Hat noch jemand Erfahrungswerte in Bezug auf Selbstständig/Kleinunternehmer/Hobby/Liebhaberei und der Angabe beim Finanzamt? Da hatte doch jemand Beschwerde eingereicht. Gibt es da ein Ergebnis?
Kann auch per Pn.

Viele Grüße
Jessica

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mobilfoto
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 15 Okt 2018, 15:51

Jessica hat geschrieben:
02 Okt 2018, 13:38
In der Zusammenfassung von mobilfoto (auf Seite 1), steht unter Punkt 2 und 4 u.a. dass die Einkünfte auf das Formular SO eingetragen werden müssen. Dies habe ich auch gemacht, aber dann eine Mitteilung bekommen, dass ich doch bitte Formular S verwenden soll.
Hallo Jessica,
das ist leider mittlerweile noch immer abhängig vom Sachbearbeiter und deshalb von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlich. Der Hinweis mit der Angabe der Einkünfte als "Sonstige Einkünfte" in der Anlage SO stammte historisch von ShopScout, wo sich dieser Hinweis auf allen Belegen fand.
Mein Finanzamt wollte dem nicht folgen und bat mich, ein Gewerbe anzumelden und meine Einkünfte auf dem Formular EÜR anzugeben.
Bei dir ist das Finanzamt der Meinung, es handele sich um eine selbstständige freiberufliche Tätigkeit.
Außerdem muss ich die Steuerklärung online abgeben.
Das muss sowieso jeder seit 2011, meine ich mich zu erinnern.
Jetzt weiß ich nicht genau, wie ich das mit der Gewinn-Verlust-Liste machen soll. Halte die jetzt einfach hier für eine evtl. Nachfrage bereit.
Problem ist auch - wie in jedem Jahr - diese Liste herzustellen, da mehrere Anbieter keine Anschriften mehr angeben und man sich alles in Kleinarbeit aus der App zusammensuchen muss. Da ich mich darauf verlassen hatte, dass die Anschriften wie vorher angegeben werden, habe ich mir auch keine Notizen gemacht.
Du vermischt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung mit den Belegen. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist eine simple einblättrige Tabelle, wo die Summe aller Einnahmen und die Summe aller Ausgaben - diese ggf.noch unterteilt nach Art - gegenübergestellt wird. Ein Beispiel findet sich am Anfang dieses Threads. Die Belege sind deine Einzelaufzeichnungen sowie die fremden Belege wie zB Parkquittungen. Diese musst du 10 Jahre aufbewahren, aber nur auf Verlangen einreichen.

Gruß
Sven
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Fleißiger Romler
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fleißiger Romler » 04 Jan 2019, 13:13

Hallo Ihr Lieben,
da nun das neue Jahr beginnt und ich in den nächsten Monaten die Steuererklärung abgeben muss, greife ich das Thema noch mal auf und stelle meine Fragen an die Allgemeinheit:

Ich habe im letzten Jahr (zum 1. Mal) die in den anderen Beiträgen selbst erstellte Tabelle mit Einnahmen und Ausgeben beim Finanzamt abgegeben. Alles wurde anerkannt, jedoch mit dem Hinweis, dass ich bitte für das kommende Jahr die Anlage EÜR verwenden soll. Nun zu meiner Frage:
Hat jemand von euch bereits diese Anlage mit den typischen Microjobbing Daten gefüllt? :idea:

Bei mir waren folgende Punkte auf dem formlosen Blatt im letzten Jahr angegeben:
1. EINNAHMEN: R / StSp / ShSc
2. AUSGABEN: Fahrtkosten km
3. AUSGABEN: Telefonkosten Mobilfunk
4. AUSGABEN: Mobilfunkgerät
5. AUSGABEN: Erforderliche Warenkäufe
6. AUSGABEN: Büromaterial

Bevor Fragen zu den Ausgaben kommen. Folgendes hatte ich mit ergänzt:
- Zu den einzelnen Fahrten wurde ein Fahrtenbuch geführt. Dies kann auf Verlangen vorgelegt werden.
- Kosten Mobilfunk: Ansatz: 5% Anteil des sonst privat genutzten Mobilfunkvertrags.
- Ansatz: Gerätepreis / 24 Monate auf ein Jahr gerechnet. Davon 5% Verwendung für Micorjobbing.
- Die Warenkäufe waren für die Ausführung des Auftrags erforderlich (Testkauf). Die Testkäufe sind im Fahrtenbuch vermerkt und können dem einzelnen Auftrag zugeordnet werden, Belege liegen vor.

Die liebste Antwort zu meiner Frage wäre:
Trage Punkt 1 unter EÜR Nr. xxa ein,
Trage Punkt 2 unter EÜR Nr. xxb ein,
usw.

Vielen Dank schon mal an der Stelle :!:

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Chris S.
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Chris S. » 04 Jan 2019, 16:50

Es gab hier schonmal die Diskussion, dass die Warenausgaben wie z.b. Eistee etc... nicht als Ausgaben bewertet werden (dürfen), da du den Nutzen der gekauften Waren hast.

Erstaunlich, dass dein FA diesbezüglich nicht moniert hat.
Eventuell ist der Aufwand wegen den paar Euro für die zu hoch.

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 04 Jan 2019, 20:52

Die Anlage EÜR hat nach meiner Erinnerung 2 Seiten.

Seite 1:
Art des Betriebs "Microjobbing IT-Datenerfassung", sollte mit dem Zweck des Gewerbes aus der Gewerbeanmeldung übereinstimmen
Rechtsform "Sonstiger Einzelgewerbetreibender"
Einkunftsart 2 = Gewerbebetrieb
Betriebsinhaber = 1 , selbst

Gewinnermittlung: Betriebseinnahmen --hier die Summe aller Einnahmen--
in meinem Fall: als Kleinunternehmer
(Feld 99 20 111)

Seite 2:
Betriebsausgaben
(40) Telekommunikation xxx
(45) Beiträge, Gebühren, Abgaben etc xxx
(52) sonstige unbeschränkte Betriebsausgaben xxx
(62) Fahrtkosten km-Geld
65 (Summe aller Ausgaben)

Ermittlung Gewinn:
(71) Einnahmen
(72) Ausgaben
(80) Gewinn
(=82), (=84)

(91) Einlagen (entspricht dem Betrag aus (62) km-Geld)


Es wäre vielleicht sinnvoll, dafür ein Steuerprogramm zu verwenden, sowas wie WISO oder so, was auch EÜR kann.
Die Kosten dafür von ca 25 Euro sind ja Betriebsausgaben :-)
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 05 Jan 2019, 10:45

Chris S. hat geschrieben:
04 Jan 2019, 16:50
Es gab hier schonmal die Diskussion, dass die Warenausgaben wie z.b. Eistee etc... nicht als Ausgaben bewertet werden (dürfen), da du den Nutzen der gekauften Waren hast.
Erstaunlich, dass dein FA diesbezüglich nicht moniert hat.
Eventuell ist der Aufwand wegen den paar Euro für die zu hoch.
Das trifft nicht ganz zu.
Die verauslagten Kaufpreise sind erstmal Ausgaben. Die spätere Erstattung durch den Anbieter ist eine Einnahme. Bezogen auf den Kaufpreis gleicht sich das auf Null aus.
Allerdings weist Streetspotr an, die gekauften Medikamente aus den Apotheken-Spots (zB Iberogast) zu vernichten. Da verbleibt kein Sachwert beim Jobber.
Wer die gekauften Sachen nach dem Kauf entsorgt (ich zB mag keinen Eistee, weil nur coloriertes Zuckerwasser), hat auch keinen Sachwert mehr.
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Chris S. » 05 Jan 2019, 18:47

So kann man es natürlich auch machen, Danke für den Tipp :D

Fleißiger Romler
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fleißiger Romler » 05 Jan 2019, 19:13

Danke für eure Unterstützung. Die Warenkäufe waren bei mir im Jahr 2017 knapp 100 Euro. Nach Abzug aller Kosten musste ich ca. 900 Euro versteuern. Fürs FA wahrscheinlich Peanuts. :lol:

Karhar
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Karhar » 16 Jan 2019, 20:16

hi, mal noch ne kurze frage.

gewerbeschein oder nicht?!

will das nur sporadisch machen, nicht professionell oder mit großen ambitionen.

bin aber durch die beiträge hier etwas irritiert.

ist der gewerbeschein nun schon pflicht bei meinen kleinen checks oder erst wenn man das als offiziellen nebenjob/job machen möchte?

die stories der vielen jobs bei gewerbescheinanmeldung bei roamler und co sind nix für mich. dafür hätte ich in einer normalen woche und außerhalb vom urlaub keine zeit.

ist der gewerbeschein fürs fa trotzdem pflicht???

und dann muss man quasi den gewerbeschein nicht in der app angeben, wenn man nicht will?!

kleinen gewerbeschein (kleingewerbeschein, mache EÜR) habe ich schon, müsste also nur nachgetragen werden.
Fleißiger Romler hat geschrieben:
05 Jan 2019, 19:13
Danke für eure Unterstützung. Die Warenkäufe waren bei mir im Jahr 2017 knapp 100 Euro. Nach Abzug aller Kosten musste ich ca. 900 Euro versteuern. Fürs FA wahrscheinlich Peanuts. :lol:


fürs FA vielleicht schon, für manch anderen doch ein bedeutendes plus.
kann manchmal echt helfen. denke da nur an studenten, alleinerziehende, ....

muss mich 2019 wohl auch daran gewöhnen für das microjobben etwas mehr zu dokumentieren (kosten, wege, ...)

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 16 Jan 2019, 20:42

Karhar hat geschrieben:
16 Jan 2019, 20:16
kleinen gewerbeschein (kleingewerbeschein, mache EÜR) habe ich schon, müsste also nur nachgetragen werden.
Wenn du schon ein Gewerbe angemeldet hast, brauchst du meiner Meinung nach nichts mehr tun. Oder sind die beiden Tätigkeiten weit "auseinander", also beispielsweise Holz- und Bautenschutz oder sowas?
Ich habe dich so verstanden, dass du das bisherige Gewerbe bei der Gewerbemeldestelle als Nebengewerbe angemeldet hast und beim Finanzamt schon die Kleinunternehmerregelung gewählt hast?
Dann dürfte das ausreichen. Wie das mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) geht, weißt Du ja dann schon.
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