Microjobbing und Steuern

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A.K.
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von A.K. » 07 Mär 2018, 13:09

@mobilfoto
Mach es doch nicht immer so kompliziert und wenn, dann richtig. Der Grundsatz ist, das jeder km geltend gemacht werden kann, unabhängig vom Verkehrsmittel.

@Hanno
Der normale Arbeitsweg bleibt unberührt. JEDER UMWEG für Microjobbing wird angerechnet. Steigst Du auf dem Arbeitsweg aus dem Bus aus und erledigst abseits der Route zu Fuß in 2km einen oder mehrere Jobs, machst Du diese Strecke geltend. Anschließend nimmst Du den Arbeitsweg wieder auf.

Die Fahrkarte machst Du nur geltend, wenn fer Ticketpreis höher ist, als die Pauschale. Das ist ein Sonderfall.

Ansonsten sollten alle Antworten zu den Fragen in den älteren Beiträgen in diesem Thread stehen, auch zur Selbstständigkeit (Hobby vs Gewerbe vs Freiberuf). Einfach noch einmal gründlich alles lesen. Wir können hier natürlich keine echte Beratung geben. Das kann nur ein Fachmann.

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mobilfoto
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 07 Mär 2018, 15:25

A.K. hat geschrieben:
07 Mär 2018, 13:09
@mobilfoto Mach es doch nicht immer so kompliziert und wenn, dann richtig. Der Grundsatz ist, das jeder km geltend gemacht werden kann, unabhängig vom Verkehrsmittel.
Ich mache die Steuergesetze nicht und kann für deren Komplexität nichts. ;) Eine "Entfernungspauschale", die sich nur auf die Entfernung bezieht und nicht auf die Art des Verkehrsmittels, gibt es nur bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, sprich bei Arbeitnehmern. Mit der Entfernungspauschale werden nur Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und der täglichen Arbeitsstätte abgegolten. Deshalb heißt sie umgangssprachlich auch Pendlerpauschale. Die Entfernungspauschale gehört nur zu den Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit (=Arbeitnehmer). Sie beträgt einheitlich 0,30 € je Entfernungskilometer.
Der normale Arbeitsweg bleibt unberührt. JEDER UMWEG für Microjobbing wird angerechnet. Steigst Du auf dem Arbeitsweg aus dem Bus aus und erledigst abseits der Route zu Fuß in 2km einen oder mehrere Jobs, machst Du diese Strecke geltend. Anschließend nimmst Du den Arbeitsweg wieder auf.
Und das ist eben nicht richtig. Wenn Hanno mit seiner ÖPNV-Monatsfahrkarte den Bus verlässt und zu Fuß zum Microjobbing-Ort geht, entstehen dafür keine weiteren Kosten. Die Entfernungspauschale darf nicht angesetzt werden, weil sie - siehe oben - nur bei den Arbeitnehmer-Einkünften existiert.

"Unseren" Einnahmen aus Microjobbing (egal ob freiberuflich oder gewerblich) steht nur die "Kilometerpauschale" zur Verfügung. Die darf aber nur benutzt werden, wenn ein Fahrzeug benutzt wurde. Mit der Kilometerpauschale, auch Kilometergeld genannt, können betriebliche Fahrten mit einem Privatfahrzeug als Fahrtkosten abgerechnet werden. Je nach verwendetem Fahrzeug kommen verschiedene Pauschalwerte je gefahrenem Kilometer zum Ansatz. Die Kilometerpauschale zählt zu den Kosten und mindert den Gewinn des Freiberuflers/Unternehmers.
Je nach benutztem Fahrzeug kann man
0,30 EUR (Kfz)
0,13 EUR (Motorrad)
0,08 EUR (Moped)
0,05 EUR (Fahrrad) absetzen.

Wer zu Fuß geht, kann nichts absetzen. Hätte er sein Klappfahrrad dabei, wären es 5 Ct pro km.

Durch die Kilometerpauschale erspart sich der Freiberufler/Unternehmer die mühevolle Zusammenstellung und Abrechnung von tatsächlichen Fahrzeugkosten. Pauschale deshalb, weil sämtliche Kosten ohne weiteren Nachweis dann bereits in dem Betrag enthalten sind.
Ich fordere: Kein Auftrag unter 5 €!

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fleißiger Romler » 07 Mär 2018, 19:40

Das macht alles nur komplizierter. Diese Steuersachen immer ... Da wir aber unwissend sind, setzen wir natürlich wie A.K. sagt erst mal die 0,30 Euro an. Wir sind ja natürlich alles mit dem Auto gefahren.

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Chris S.
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Chris S. » 07 Mär 2018, 21:21

Muss doch kein Mensch wissen, dass man nicht mit dem Auto zur Location gefahren ist..... :roll:

Fleißiger Romler
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fleißiger Romler » 07 Mär 2018, 21:34

Hauptsache die Angaben sind schlüssig :!:

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Sascha
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Sascha » 10 Mär 2018, 09:38

Wenn man selber kein Buch geführt hat, wann und wo man welche Aufträge erledigt hat, ist man aber auch aufgeschmissen.

Bei Streetspotr ist man noch am besten dran. Da kann man sich über die App alle Spots mit Adressen usw. anzeigen lassen.

AppJobber ist da sogar noch ein wenig komfortabler. Über die Webseite kann man sämtliche Jobs einsehen, die man jemals erledigt hat.

Bei Roamler wird es schon dünner. In der App kann man man sich zwar eine Historie seiner Aufträge ansehen, allerdings ist diese Liste nicht vollständig. Zumindest bei mir, wird nur ein Teil meiner Aufträge angezeigt. Eine vollständige Liste findet sich zwar auf der Website, aber da fehlen die Adressen. Man kann also nicht nachvollziehen, wo man gewesen ist. Außerdem wird nur das Datum angezeigt, an dem der Auftrag angenommen wurde, man sieht aber nicht, wann man ihn ausgeführt hat.

BeMyEye zeigt mir alle Aufträge mit Adressen, das ist gut, aber es wird kein genaues Datum angezeigt. Es heißt dort nur "vor x Tagen". Das könnte man sich zur Not noch selber ausrechnen, aber wenn der Auftrag länger als einen Monat zurück liegt, wird nur noch "vor x Monat(en)" angezeigt.

Kommen wir zu ShopScout. Hier wird es echt undurchsichtig. Man kann zwar sämtliche Aufträge sehen, aber es fehlt (das richtige) Datum und die Adressen sieht man auch nicht.

Die größte Katastrophe ist für mich ClickAndWalk. Hier kann man wirklich gar nichts nachvollziehen. Man sieht nur den Gesamtbetrag und wie viele Aufträge man insgesamt erledigt hat. Man kann keinen einzigen Auftrag nachvollziehen.

Ich frage mich, ob die Anbieter verpflichtet sind, mir entsprechende Daten zur Verfügung zu stellen. Es kann ja auch mal sein, dass das Finanzamt irgendwelche Nachweise haben möchte.

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von A.K. » 10 Mär 2018, 10:27

Sascha hat geschrieben:
10 Mär 2018, 09:38
Ich frage mich, ob die Anbieter verpflichtet sind, mir entsprechende Daten zur Verfügung zu stellen. Es kann ja auch mal sein, dass das Finanzamt irgendwelche Nachweise haben möchte.
Das ist ja auch eine interessante Konstellation beim Microjobbing. Normalerweise müsstest Du als Auftragnehmer ja die Rechnung ausstellen, nicht Dein Kunde. :?:

Zu den Betriebskosten, nochmal:
So kann man sich irren. Da ich aber auch hauptberuflich Selbständiger bin, habe muss ich nicht so differenzieren. Für mich sind das eben alles BK. Und bevorzugt rechne ich Pauschale Tages-,Stundensätze ab. Da sind die Kosten eigentlich schon drinn. Alles andere ist immer sehr kompliziert und ich verbringe lieber Zeit mit fachlichen Fragen, anstatt mit Steuererklärungen :)

Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen 0,3€ für das Auto angeben und mit einer viel günstigeren Alternative unterwegs sind.
Typisches Ding auch bei Weiterbildungsmaßnahmen:
Z.B. 350€/ Monat für die Fahrt mit dem Auto ansetzen die Monatskarte für den ÖPNV kostet aber nur 120-180€. ;)

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von IchBinEs » 12 Mär 2018, 15:51

Falls ihr ein Gewerbe habt, gilt die Pauschale in Höhe von 0,30 EUR unabhängig vom Verkehrsmittel. Ihr könnt also Schwimmen, Radfahren, Bahnfahren, Bergsteigen, Skifahren etc., alles wird mit der Pauschale von 0,30 EUR verrechnet. Alles unter 1 Km gibt es keine Pauschale.

Für Arbeitnehmer sieht es natürlich anders aus.

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von mobilfoto » 12 Mär 2018, 22:14

IchBinEs hat geschrieben:
12 Mär 2018, 15:51
Falls ihr ein Gewerbe habt, gilt die Pauschale in Höhe von 0,30 EUR unabhängig vom Verkehrsmittel. Ihr könnt also Schwimmen, Radfahren, Bahnfahren, Bergsteigen, Skifahren etc., alles wird mit der Pauschale von 0,30 EUR verrechnet. Alles unter 1 Km gibt es keine Pauschale.

Für Arbeitnehmer sieht es natürlich anders aus.
Genau andersrum ist es richtig. Ich verweise auf meinen Beitrag vom 07 Mär 2018, 15:25
Ich fordere: Kein Auftrag unter 5 €!

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von IchBinEs » 13 Mär 2018, 00:52

Stimmt, hab mich vertan :)

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