Microjobbing und Steuern

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von IchBinEs » 02 Mai 2018, 20:56

Ich habe dieses Jahr ein Gewerbe angemeldet und bin umsatzsteuerpflichtig.

Bei Streetspotr, AppJobber, und ShopScout gibt es keine Probleme mit der MwSt. Auszahlung.

Roamler ist dagegen ein bisschen zickig, man muss schon vorher einen VAT Request (ab dem jetzigen Zeitpunkt und nicht rückwirkend) stellen damit die MwSt. ausgezahlt wird. Alle Aufträge vor VAT Request muss man mit eigener Tasche MwSt. zahlen.

Hat jemand von euch Erfahrungen diesbezüglich bei BeMyEye gemacht? Die sagen, die bezahlen immer netto, die Auszahlung erfolgt über die BeMyEye Limited mit Sitz in England.

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Fakenews
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fakenews » 20 Mai 2018, 03:12

Warum machst du nicht von der Kleinunternehmer Regelung Gebrauch? Habe auch ein Gewerbe angemeldet, aber mit dem Zusatz Kleinunternehmer, bedeutet so lange ich einen bestimmten Wert nicht überschreite, muss ich keine Mwst einnehmen und abgeben. Und dieser Wert liegt glaube ich weit über 10 Tausend Euro im Jahr, wenn nicht sogar über 20 Tausend. Ich weiß ja nicht wie viel du mit Microjobbing verdienst, aber denke die meisten bleiben unter diesen Betrag, dann zahlst du lediglich Einkommenssteuer. ;)
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von A.K. » 20 Mai 2018, 11:33

Die Grenze liegt bei 17500€. Alleinig mit Microjobbing-Apps wäre das schon eine Leistung. Kombiniert mit anderen Tätigkeiten können die aber auch schnell zusammenkommen.

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Sascha
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Sascha » 20 Mai 2018, 11:35

Fakenews hat geschrieben:
20 Mai 2018, 03:12
Warum machst du nicht von der Kleinunternehmer Regelung Gebrauch? Habe auch ein Gewerbe angemeldet, aber mit dem Zusatz Kleinunternehmer, bedeutet so lange ich einen bestimmten Wert nicht überschreite, muss ich keine Mwst einnehmen und abgeben. Und dieser Wert liegt glaube ich weit über 10 Tausend Euro im Jahr, wenn nicht sogar über 20 Tausend. Ich weiß ja nicht wie viel du mit Microjobbing verdienst, aber denke die meisten bleiben unter diesen Betrag, dann zahlst du lediglich Einkommenssteuer. ;)
Aber was ist, wenn man noch einen Hauptjob hat? Da verdient man in der Regel weit mehr, als 20.000 Euro. Wird das nicht zusammengezählt?

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von A.K. » 20 Mai 2018, 12:03

Sascha hat geschrieben:
20 Mai 2018, 11:35
Fakenews hat geschrieben:
20 Mai 2018, 03:12
Warum machst du nicht von der Kleinunternehmer Regelung Gebrauch? Habe auch ein Gewerbe angemeldet, aber mit dem Zusatz Kleinunternehmer, bedeutet so lange ich einen bestimmten Wert nicht überschreite, muss ich keine Mwst einnehmen und abgeben. Und dieser Wert liegt glaube ich weit über 10 Tausend Euro im Jahr, wenn nicht sogar über 20 Tausend. Ich weiß ja nicht wie viel du mit Microjobbing verdienst, aber denke die meisten bleiben unter diesen Betrag, dann zahlst du lediglich Einkommenssteuer. ;)
Aber was ist, wenn man noch einen Hauptjob hat? Da verdient man in der Regel weit mehr, als 20.000 Euro. Wird das nicht zusammengezählt?
Nein, was Du meinst, ist die Einkommenssteuer.
Hier geht es um die Kleinunternehmerregelung nach Paragraph 19 UstG. Es geht dabei nur die um Einnahmen aus selbständigen/gewerblichen Tätigkeiten.

@ichbines
Was ist denn Dein Hauptberuf?

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von IchBinEs » 20 Mai 2018, 13:18

Ich bin Student, habe nebenbei ein Gewerbe und bin freiwillig umsatzsteuerpflichtig. Dabei kann alles was mit Gewerbe zu tun hat anteilig Vorsteuer (Handy, Laptop, Handyrechung, etc.) ziehen.

Korrekt müsste BME Limited entweder eine netto Gutschrift nach den EU Reverse Charge Verfahren mit Angabe meiner USt-ID ausstellen oder ich schicke denen eine netto Rechnung zu.

Beides ist von BME nicht vorgesehen. Das bleibt mir nicht anderes übrig als nach der Gutschrift eine EU Rechnung auszustellen (Reverse Charge) und denen zu schicken. Die entschieden dann selbst was die damit machen oder auch nicht. Ich melde dann das FA die Einnahmen in der Zusammenfassende Meldung mit deren USt-ID. Ob die in England dann wirklich MwSt zahlen in dann deren Sache.

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fakenews » 21 Mai 2018, 10:54

@A.K. ich meine Umsatzsteuer nicht Einkommenssteuer, die fällt weg, bei jedem der angibt nach der Kleinunternehmerregelung zu arbeiten und ich denke das trifft auf IchBinEs auch zu oder? Damit würde sich dein Problem im Wohlgefallen auflösen, da du die Umsatzsteuer nicht mehr erheben musst. ;)

§ 19 UStG – Besteuerung der Kleinunternehmer
(1) 1Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. 2Umsatz im Sinne des Satzes 1 ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. 3Satz 1 gilt nicht für die nach § 13a Abs. 1 Nr. 6, § 13b Absatz 5, § 14c Abs. 2 und § 25b Abs. 2 geschuldete Steuer. (1) 4In den Fällen des Satzes 1 finden die Vorschriften über die Steuerbefreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen (§ 4 Nr. 1 Buchstabe b, § 6a), über den Verzicht auf Steuerbefreiungen (§ 9), über den gesonderten Ausweis der Steuer in einer Rechnung (§ 14 Abs. 4), über die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in einer Rechnung (§ 14a Abs. 1, 3 und 7) und über den Vorsteuerabzug (§ 15) keine Anwendung.
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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von A.K. » 21 Mai 2018, 12:47

IchBinEs macht doch freiwillig, um vorraus gezahlte Mehrwertsteuer zurück erstattet zu bekommen. Ist natürlich die aufwändigere Option, kann sich aber auch lohnen ;)

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Sascha » 21 Mai 2018, 19:31

Fakenews hat geschrieben:
21 Mai 2018, 10:54
@A.K. ich meine Umsatzsteuer nicht Einkommenssteuer, die fällt weg, bei jedem der angibt nach der Kleinunternehmerregelung zu arbeiten und ich denke das trifft auf IchBinEs auch zu oder? Damit würde sich dein Problem im Wohlgefallen auflösen, da du die Umsatzsteuer nicht mehr erheben musst. ;)
Einkommenssteuer ist schon richtig. Meine Frage war ja, wie es sich verhält, wenn man ein Kleinunternehmen hat und zusätzlich Angestellter ist und in dem Beruf Einkommenssteuer bezahlt. Werden die Einnahmen aus dem Kleinunternehmen und die Einnahmen aus meinem Hauptberuf zusammenaddiert oder gilt die Grenze von 17.500 Euro unabhängig von anderen Einkünften?

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Re: Microjobbing und Steuern

Beitrag von Fakenews » 22 Mai 2018, 13:36

@Sascha
Ich glaube meine Steuerberaterin meinte es betrifft nur die Einkünfte aus der selbstständigen Arbeit, nicht insgesamt mit den Einkünften aus einem Angestellten Verhältnis. Der Gesetzestext liest sich ja auch so, sonst wäre darin ja nochmal explizit darauf hin gewiesen, dass es die Summe aller Einkünfte betrifft. Bei mir ist es ja auch so, insgesamt komme ich darüber, die Regelung gilt aber trotzdem für mich.
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