Welchem Jahr müssen die Einnahmen zugeordnet werden

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Sascha
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Welchem Jahr müssen die Einnahmen zugeordnet werden

Beitrag von Sascha » 10 Dez 2016, 11:47

Bei den Apps ist es in der Regel ja so, dass der Verdienst nicht automatisch ausgezahlt wird. Erst wenn man das Geld anfordert, wird es tatsächlich ausgezahlt. Nun stellt sich mir die Frage, welchem Jahr ich die Einnahmen zuordnen muss. Angenommen ich habe 2016 Betrag x durch microjobbing verdient. Nun sammle ich das Geld und lasse es mir erst 2017 auszahlen. Was ist nun entscheidend? 2016 da ich das Geld in dem Jahr verdient habe oder 2017, da mir das Geld in dem Jahr ausgezahlt wird?

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mobilfoto
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Re: Welchem Jahr müssen die Einnahmen zugeordnet werden

Beitrag von mobilfoto » 10 Dez 2016, 16:18

Für das Finanzamt würde ich die Zuordnung in dem Moment des Rechtsanspruchs sehen. Also bei Job-Akzeptanz und der Möglichkeit zur Auszahlung.
Andere Behörden könnten andere Maßstäbe anlegen (z.B. Jobcenter nach dem Zuflussprinzip). Wobei "Sammeln" ja schon eine aktive Beeinflussung ist, das wird sich keine Behörde oder kein Amt gefallen lassen.
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Re: Welchem Jahr müssen die Einnahmen zugeordnet werden

Beitrag von Nike » 11 Dez 2016, 20:41

Außer bei Bargeld ist die jeweilige Einnahme erst relevant, wenn das Geld auf dem Konto eingeht.
Man kann sich doch z.B. auch per Scheck bezahlen lassen, und den Scheck erstmal liegen lassen, bis man ihn bei seiner Bank einreicht. Gerade zum Jahreswechsel wird das oft so gemacht, dann zahlt man die Steuern auf diese Einnahme nicht im alten Jahr, sondern erst im neuen.

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Re: Welchem Jahr müssen die Einnahmen zugeordnet werden

Beitrag von mobilfoto » 11 Dez 2016, 23:41

Das ist der Unterschied zwischen einer Ist-Versteuerung und einer Soll-Versteuerung. Bei der Soll-Versteuerung wird die Einnahme oder Ausgabe dem Zeitraum zugeordnet, für den sie gilt. Bei einer Ist-Versteuerung wird die Einnahme oder Ausgabe dem Zeitraum zugeordnet, in dem das Geld fließt.
Da von den Microjobbern vermutlich keiner bilanziert, wird wohl die Ist-Versteuerung anzuwenden sein. Also die Einnahme dem Jahr zuzuordnen, in dem sie fließt. Es stellt sich nur die Frage, ob das sinnvoll ist, sich das Geld mit Absicht NICHT auszahlen zu lassen? Schließlich sind in dem fraglichen Jahr die mit der Einnahme in Verbindung stehenden Ausgaben wie Fahrtkosten und Mobilfunkkosten schon angefallen. Warum also die zugehörige Einnahme ins Folgejahr verschieben?
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