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Sascha
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Beitrag von Sascha » 14 Dez 2016, 10:28

Ich habe mich gerade gefragt, wie das mit Nachweisen ist. Ich kann natürlich einfach die Gesamtsumme nehmen, die ich bei den jeweiligen Anbietern bekommen habe und sagen, so das sind meine Einnahmen, aber dann kann ich keine Ausgaben zuordnen.

Dazu bräuchte ich eine Aufstellung, aus der hervorgeht, welcher Auftrag wo war und wie hoch meine Kosten dabei jeweils waren. Nur wie soll man das nachvollziehen. Bei click and walk kann man noch nicht mal die erledigten Aufträge einsehen. Da habe ich einfach nur eine Summe. Bei bemyeye sehe ich zwar die Aufträge in der Liste, weiß aber nicht, wo der jeweilige Auftrag erledigt wurde. Ebenso bei den anderen Anbietern. Sicherlich könnte man da bei Google nachsehen. Allerdings schreiben auch nicht alle Anbieter ein Datum dabei. Dann weiß ich gar nicht, wann ich den Auftrag erledigt habe.

Mir würde jetzt nur einfallen, eine Excel Liste zu führen und dann immer jeden Auftrag einzutragen. Allerdings ist das auch kein belegsicherer Nachweis für das Finanzamt, da man in die Liste ja alles mögliche reinschreiben kann. Dazu bräuchte ich eine Auflistung der Anbieter, aus der hervorgeht, wann ich wo welchen Auftrag erledigt habe.

Die Excel Liste erscheint mir zudem auch relativ arbeitsaufwändig zu sein, wenn ich da jeden Auftrag einzeln auflisten muss.
Wie macht ihr das denn?

Nike
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Re: Nachweise

Beitrag von Nike » 14 Dez 2016, 22:31

Fahrtenbuch im Auto: Jeden Abend mit Kilometerstand (nur Anfang und Ende) eintragen, in welchen Gebieten man Jobs für welchen Auftraggeber erledigt hat. Daraus errechnet man dann mit Pauschalbeträgen die Fahrtkosten und erstellt für das Finanzamt so genannte "Eigenbelege".
Fürs Fahrrad gibt es auch Pauschalbeträge für die Fahrtkosten.

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mobilfoto
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Re: Nachweise

Beitrag von mobilfoto » 15 Dez 2016, 09:44

Ich pflege sorgfältig den Standortverlauf in Google Maps und bewahre die Zettel auf, auf denen ich meine Tourenplanung mache. Da steht zumindest der Name des Shops/Markts und die Adresse drauf. Ich kann dann später durchblättern und das so rekonstruieren. Ansonsten schreibe ich an Ende des Tages auf den Zettel oben das Datum und unten die gefahrenen Kilometer.
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Sascha
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Re: Nachweise

Beitrag von Sascha » 15 Dez 2016, 10:19

Meint ihr, die App Anbieter sind verpflichtetet, einem entsprechende Nachweise auszuhändigen? Kann ja mal sein, dass das Finanzamt einen Nachweis sehen möchte. Ein selbst geschriebener Zettel wird da wohl nicht anerkannt.

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Re: Nachweise

Beitrag von mobilfoto » 15 Dez 2016, 12:09

Ob der Zettel selbst geschrieben ist oder nicht erscheint mir zweitrangig. Dass er mit der Realität übereinstimmt, ist viel wichtiger ;)
Es gibt im Steuerrecht auch die Möglichkeit, Werte oder Beträge zu schätzen, wenn eine konkrete Berechnung aus der Sache heraus nicht möglich ist. Bei gefahrenen Kilometern dürfte das Zählen jedoch möglich und zumutbar sein. Grundsätzlich gilt: Wer dem Fianzamt gegenüber Kosten berücksichtigt haben will, muss den Nachweis führen. Es gibt Fälle, wo man für Waren oder Dienstleistungen weder eine Quittung noch eine Rechnung bekommt, z.B. beim Kauf von privat über Kleinanzeigen. In diesen Fällen darf man sich einen sogenannten "Eigenbeleg" schreiben. Für die Kilometeraufstellung gilt dasselbe. Es wird niemand wissen, wieviel Kilometer (oder andere Arten von Kosten) angefallen sind außer der Microjobber selbst. Eine ordentliche, zutreffende Aufstellung über gefahrene Kilometer ist deshalb beim Finanzamt alltäglich.

So ganz ohne Nachweise steht man ja nicht da:
ShopScout, Streetspotr und appJobber machen es vorbildlich, indem zu jeder Auszahlung eine vollständige "Gutschrift" (ShopScout und Streetspotr) oder "Abrechnung "(appJobber) als PDF bereitgestellt wird. Bei ShopScout leider ohne jede Einzelauflistung der Aufträge, bei StreetSpotr und appJobber zwar mit Einzelauflistung, jedoch auch leider ohne Adressen. Auch BeMyEye schickt zu jeder Auszahlung ein PDF mit, wo zumindest die Daten und die Auftragsbezeichnungen gelistet sind.
ClicAndWalk und StreetBees schicken gar nichts, da muss der Screenshot aus PayPal herhalten.
Peinlich in dem Zusammenhang empfinde ich das Vorgehen von Roamler: Weder wird eine Gutschrift als PDF erstellt noch die Daten irgendwo bereitgestellt. Es gibt schlicht keinen Beleg.
Diese Abrechnungsbelege sind für eine ordentliche Buchführung in den Unternehmen wichtig. Sie erstellen sie deshalb selbst.
Denn eigentlich müsste - wenn der Microjobber als Gewerbetreibender gälte - der Microjobber an die Agentur eine Rechnung schreiben. Das ist steuerliche Pflicht in Deutschland.
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Re: Nachweise

Beitrag von Romy » 04 Jan 2017, 03:21

mobilfoto hat geschrieben: Peinlich in dem Zusammenhang empfinde ich das Vorgehen von Roamler: Weder wird eine Gutschrift als PDF erstellt noch die Daten irgendwo bereitgestellt. Es gibt schlicht keinen Beleg.
Es gibt bei Roamler auf der Webseite https://my.roamler.com, wenn man sich denn eingeloggt hat, oben rechts eine Schaltfläche mit 3 Streifen, wo man zu seinem "Dashboard" gelangt.
Alternativ auch über diesen Link:
https://my.roamler.com/Balance/Transact ... ory?page=0

Man kann dort seine Auszahlungen bzw. Einnahmen nachverfolgen. Leider nicht sehr detailliert und ohne Sortierungsmöglichkeit.

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Re: Nachweise

Beitrag von Fleißiger Romler » 14 Feb 2017, 15:49

Also bei Roamler kann man in der App bei dem Blitz unten die letzten Checks nachverfolgen, sogar mit Adresse.

Mir stellt sich aber eine Frage zu den Fahrtkosten:
Wenn ich von zu Hause eine Rundreise mache und wieder nach Hause komme ist der Sachverhalt klar.
Was mache ich allerdings, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit ein paar Checks mache, ggf. mit Umwegen. Welche Fahrtkosten kann ich denn dann angeben?

Ich habe mir überlegt, die einzelnen Tage in einem Heft, Quasi als Fahrtenbuch händisch zu erfassen. Fahrtenbücher werden so ja auch anerkannt. Zu den Steuern würde ich allerdings nur eine Zusammenstellung beifügen und auf das Buch verweisen.

Über eine konstruktive Antwort würde ich mich freuen!

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Re: Nachweise

Beitrag von mobilfoto » 14 Feb 2017, 18:05

Fleißiger Romler hat geschrieben:Was mache ich allerdings, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit ein paar Checks mache, ggf. mit Umwegen. Welche Fahrtkosten kann ich denn dann angeben?
Die regulären Fahrtkosten zur Arbeit als Angestellter sind Werbungskosten bei der Einkunftsart "nichtselbständige Arbeit". Da ändert sich also nichts, wenn Du das schon kennst.
Die Mehr-Kilometer, die den "Umweg" bedeuten, sind Ausgaben beim Microjobbing.
Ich habe mir überlegt, die einzelnen Tage in einem Heft, Quasi als Fahrtenbuch händisch zu erfassen. Fahrtenbücher werden so ja auch anerkannt. Zu den Steuern würde ich allerdings nur eine Zusammenstellung beifügen und auf das Buch verweisen.
Das scheint mir der zutreffende Weg zu sein. Die Aufstellung könnte auch auf einem Blatt Papier mit Bleistift erfolgen. Formvorschriften gibt es nicht, es muss nur "eindeutig und nachvollziehbar sein". Letztendlich muss sich die Gesamtzahl der gefahrenen Kilometer ergeben als Summe aller Einzelpositionen. Die Gesamtkilometer x 0,30 € sind die Reisekosten. Hinzu kommen dann noch die Parkkosten etc., wobei man da ja meistens Belege hat.

In der "Einnahmen-Überschuss-Rechnung", die mit der jährlichen Steuererklärung dem Finanzamt vorgelegt wird, führt man dann nur die Reisekosten als eine Position auf. Lediglich wenn das Finanzamt das Zustandekommen der Kosten nachgewiesen haben will, muss man die Belege bzw. Aufstellungen vorlegen.
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Re: Nachweise

Beitrag von Fleißiger Romler » 14 Feb 2017, 18:31

Danke für deinen Beitrag, so ähnlich habe ich es mir auch gedacht. Ich kann meine Fahrten ja nicht 2x angeben.

Trotzdem frage ich mich die ganze Zeit, wieviele Leute tatsächlich bei Ihrer Einkomennsteuer diese Beträge angeben.

Jeder Finanzbeamte muss sich doch fragen, warum macht man soviele Checks, wenn am Ende des Jahres kaum was bei rumkommt. Klar, wenn ich einen Check mit dem Bike mache oder mit der Bahn, kann ich die Fahrtkosten absetzen, habe in wirklichkeit keine gehabt - ähnlich wie mit den Fahrten zur Arbeit.

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Re: Nachweise

Beitrag von mobilfoto » 14 Feb 2017, 20:00

Wenn die Agenturen ihre Agenten umfassend aufklären würden zu den Themen Einkommensermittlung und Steuern, würde indirekt offensichtlich, dass die Agenten mit Peanuts abgespeist werden. Denn die Frage, warum man das eigentlich macht, wenn doch eh nichts bei herumkommt, ergibt sich nicht so direkt. Da muss man schonmal drüber nachdenken. Und zum Nachdenken anregen will keine der Agenturen. ;)

Zum Vergleich: das "klassische" Mystery-Shopping, wie es beispielsweise IPSOS oder GfK durchführen, kostet den Auftraggeber zwischen 50-100 Euro pro Location. Der Shopper erhält davon zwar auch nur 25-30 Euro und der Rest sind Verwaltungskosten und Marge der Beteiligten - jedoch ist das um Hausnummern höher als bspw. ein Vodafone Shop Audit für 6 € oder eine Actimel Promoter-Überprüfung für 7,50 €.

Ich kenne auch unter meinen Studienkollegen keinen, der Microjobbing länger als ein halbes Jahr oder ein Jahr macht. Irgendwann kommt man dahinter, daß es unter'm Strich nichts bringt. Es ist vorteilhafter, einen 450 € Job anzunehmen. Und auch solider - klare Verhältnisse, soziale Absicherung, keine Willkür bei der Ablehnung etc.

Es gibt natürlich Menschen, die Microjobbing dauerhaft machen müssen. Weil sie glauben, nichts anderes zu finden. Weil sie kein Lebensziel haben. Weil sie Schwierigkeiten mit dem Umgang mit anderen Menschen haben. Da gibt es ganz viele Gründe. Da kann Microjobbing tatsächlich auch therapeutische Vorteile haben - man kommt raus aus der Wohnung, man hat Kontakt zu den Mitmenschen etc.

Letztendlich ist es aber nur ein ganz schlimmer Billigstlohnsektor. Die Hersteller nutzen die Technikbegeisterung der (vorwiegend) Jugend aus, und spannen diese für ein sprichwörtliches Taschengeld für Aufgaben und Dienstleistungen ein, die sie ansonsten regulär bezahlen müssen.

Ich habe im Rahmen des "Landliebe-Jobs" bei appJobber mal jemanden getroffen, der genauso wie ich vor dem Regal stand und erfasste und fotografierte. Den hab ich angequatscht. :) Er ist fest angestellt bei einem Dienstleister, der für verschiedene Hersteller POS-Beobachtung macht. iPad als Arbeitmittel vor Ort, Firmenwagen zum Rumfahren und vermutlich ein festes Gehalt. Seine Firma verkauft die Erkenntnisse aus dem Markt in aufbereiteter Form an die verschiedenen Hersteller. Also absolut identisch mit dem, was ich da getan habe. Nur halt als "richtiger" Job.
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